Solar-Ladegeräte im Test – 2015

Sonntag, 26. Juli 2015 von Dirk Jes Herrmann Kommentieren »

Der letzte Test meiner Solar-Ladegeräte liegt bereits 3 Jahre zurück. 3 der dort vorgestellten Solarladegeräte führe ich nicht mehr im Sortiment. Es ist also an der Zeit, die aktuell von mir verkauften Modelle intensiver zu vergleichen.

5 Solar-Ladegeräte im Test

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem Test stellen sich die Modelle (von links nach rechts): XTORM AP150, das Watt 01 V2, das Watt 03, ein 7W-Modul (welches ich derzeit noch nicht anbiete) und das Nomad 7 von Goal Zero.

Das XTORM AP150 tanzt mit einem Output von über 10 Watt etwas aus der Reihe der getesteten Solar-Ladegeräte, aber aufgrund des geringen Gewichtes von nur 450 Gramm lohnt sich der Vergleich. Ich habe die Solar-Ladegeräte an einem sonnigen Tag ausgepackt und etwas in der Sonne dösen lassen. Der Messvorgang erfolgte bei annährend 1.000 Watt/m2, was den offiziellen Messbedingungen der Module entspricht.

Alle Module eint, dass sie relativ kompakt sind und für das Laden von Smartphones und iPhones (mit Powerbank) geeignet sind. Durch hocheffiziente Zellen und eine entsprechend großer Fläche, schaffen sie es wesentlich schneller, als Solar-Powerbanks – von denen ich abrate, weil die Solarfläche eher ein Marketing-Gimmick ist.

WattGeizer Watt 03

Ich starte den Vergleich mit dem leichtesten Modell im Shop, dem Watt 03. Dieses hat ein Gewicht von nur 157 Gramm, ist flexibel und faltbar. Damit macht es sich zum idealen Begleiter auf Wandertouren. Die Leistung von 3 Watt bedingt jedoch einigermaßen gute Wetterbedingungen. Für jemanden in der Wildnis Nordnorwegens würde ich das Modul nicht empfehlen. Ist der-/diejenige jedoch auf dem Jakobsweg unterwegs … perfekt!

Kundin mit dem Solar-Ladegerät Watt 03 im Erzgebirge

Nette Kundin unterwegs mit dem Watt 03 im Erzgebirge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist ein schönes Reisemodul, das sich gut im Gepäck unterbringen lässt. Durch seine Flexibilität kann es nicht zerbrechen. Man sollte es aber auch nicht zerknicken. Das Watt 03 hat amorphe Zellen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie auch bei nicht so optimalen Wetterbedingungen einen hohen Output erzeugen. Ich habe das Watt 03 bei einer Einstrahlung von 981 Watt/m2 in die Sonne gelegt und es hat eine Leistung von 590mA angezeigt. Das entspricht bei einer Spannung von 5V knapp 3 Watt. Alle Geräte wurden übrigens an die gleiche Powerbank angeschlossen. Das ist wichtig zu erwähnen, weil Powerbanks mit steigender Ladung weniger Strom aufnehmen.

Das Solar-Ladegerät Watt 03
Auf dem Foto wird deutlich, dass die optimale Ausrichtung des flexiblen Moduls mit nur einer Hand problematisch ist. Besser ist es, wenn man das Modul auf einem festen Untergrund platzieren kann, wie z.B. am Rucksack. Ausgebreitet hat das Watt 03 eine Fläche von ca. 42 x 21,5cm und lässt sich damit sehr gut am Rucksack befestigen. Die drei integrierten Ösen helfen bei der Befestigung.

Ein Kunde berichtet in einer Facebook-Gruppe über das Watt 03
Einsatz-Empfehlung:
gelegentliche Handy-Ladung,
Wanderer, die in sonnigen Gebieten unterwegs sind.

 

WattGeizer Watt 01

Das nächste getestete Modell ist das Watt 01 V2, die Neuauflage des legendären Watt 01. Es gibt Kunden, die bereits nacheinander mehrere Exemplare des neuen Watt 01 gekauft haben. Umso trauriger, dass bisher noch keine Rezension stattgefunden hat.

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Exkurs: Ein Beratungssuchender meinte letztens zu mir, dass man lieber bei Amazon kaufen sollte, da es dort so viele Rezensionen gibt (ich frage mich gerade, warum er dann bei mir angerufen hat). Dass das Amazon-Bewertungssystem Schwächen hat, zeigt z.B. die Suche nach Staubsaugern. Geben Sie mal „jolta staubsauger“ ein und schauen Sie sich die Bewertungen zu den unterschiedlichen Modellen an. Da schreiben immer die gleichen Leute.
Auch das Buch meiner Cousine ist ein gutes Beispiel: 34 Bewertungen – darunter 1 verifizierter Kauf. Der findet es immerhin auch gut – wie übrigens 32 andere Rezensenten, darunter mein Onkel und viele Kunden meiner Cousine.
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Komme ich wieder zum Watt 01: Es ist leicht (ca. 240 Gramm), leistungsfähig (5 Watt) und kompakt (ca. DinA4-Seite). Möchte man Nachteile suchen, dann fällt einem ein, dass es aus monokristallinen Zellen gefertigt ist. Diese können im Extremfall brechen. Das ist – mit Ausnahme des Watt 03 – aber auch bei allen anderen hier vorgestellten Modellen möglich.

Test vom Outdoor Solar-Ladegerät Watt 01

Die Messung zeigt 1,01A Strom unter Last (6,6Ah-Powerbank) bei ~1000W/qm.

In die Sonne gelegt, zeigt das Watt 01 den Ausgangsstrom von 1A. Wenn man Transferverluste beim Laden hinzu rechnet, wäre ein modernes Smartphone mit einem 2,5Ah-Akku (z.B. Galaxy S6) in ungefähr 3 Stunden aufgeladen. Das geht allerdings nur, wenn man sehr gute Wetterbedingungen hat und das Modul optimal ausgerichtet ist.

Das Outdoor-Solarladegerät Watt 01 der neuen Version hat aber auch bei widrigen Wetterbedingungen einen höheren Output als das Vorgängermodell (ca. doppelt so hoch). Dies ist auch bedingt durch den Wechsel von polykristallinen zu monokristallinen Zellen.

Das Watt 01 ist ein in PET eingefasstes Modul. Die Oberfläche ist daher nicht so kratzfest wie Glas, aber das Modul ist deutlich leichter: Modul mit USB-Controller wiegen nur 175 Gramm. Die beiden sind fest in einer Hülle untergebracht, so dass man in jeder Ecke eine Öse hat und sich das Modul gut befestigen lässt.

 

 

 

 
klett Auf der Rückseite ist eine Tasche mit Kreppband untergebracht, in der die Powerbank oder das Handy seinen Platz findet. Das Watt 01 ist dadurch relativ gut vor eindringendem Wasser geschützt (anfällig sind bei Solar-Ladegeräten immer die USB-Anschlüsse mit Controller. Die Module selbst sind absolut wasserfest).

Wer seine Kamera-Akkus oder AA-/AAA-Akkus aufladen möchte, der sollte sich gleichzeitig das PIXO C2+ zulegen. Dieses kann man mit einem Konverter an den USB-Port anschließen und damit seine Akkus aufladen. Ich selbst lade meine Canon EOS-Akkus und NiMH-Akkus ausschließlich nur noch mit dem PIXO auf.

Durch seine Kompaktheit und das geringe Gewicht ist das Watt 01 vielfältig einsetzbar. Auf dem Fahrrad schlackert nichts herum. Beim Wandern fängt es auf dem Rucksackdach die Sonne ideal ein und beim Campen hängt man es an die Zeltwand oder nimmt es mit zum Strand. Es ist ein schönes Universalmodul zu einem wirklich fairen Preis!

Einsatz-Empfehlung:
regelmäßige Handy-Ladung,
Wanderer, Kanuten, Fahrradfahrer, Camper, Angler….

WattGeizer 7 Watt-Modul

Mein Hersteller hat ein 7W-Modul im Sortiment, von dem ich mal ein Muster gekauft habe. Da ich es derzeit noch nicht anbiete, wird es nur kurz angerissen: Es handelt sich um ein echtes 7W-Modul. Im Internet werden viele Solar-Ladegeräte angeboten, bei denen sich die Leistung des Ladegerätes auf die Modulleistung bezieht. Diese ist höher, als der tatsächliche Ausgangsstrom am USB-Port. Tatsächlich sind es dann häufig 5W-Module, die da als 7W-Modul verkauft werden. Auch bei meinen Lieferanten gibt es diese „Tricks“. So wird das AP150 als 12W-Modul verkauft. Kann sein, dass das Modul eigentlich 12W ausspuckt, aber tatsächlich kommt am USB-Port ein Strom von max. 2,1A bei 5V heraus. 2,1A x 5V = 10,5W.

7w

Zurück zum 7W-Modul: Die Messung meines Exemplares zeigt einen Ausgangsstrom von 1,28 Ampere, was 6,4 Watt entspricht. Vorteil dieses Moduls ist, dass es faltbar ist und dadurch auf Maße von 22,5 x 16cm gefaltet werden kann. Ausgebreitet hat das Modul eine Länge von 47cm, wobei die Lasche, an der sich der USB-Controller befindet auch umgeklappt werden kann, so dass man ca. noch 34cm Fläche hat. Damit lässt sich das Modul gut auf dem Rucksack oder Fahrrad befestigen. Es wiegt 350 Gramm und ist damit doch ca. 110 Gramm schwerer als das Watt 01. Den Leistungsgewinn von 2W für 110 Gramm zu erkaufen, ist auch der Grund, warum ich es noch nicht im Shop gelistet habe. Ansonsten ist es ein sauber verarbeitetes Solarladegerät mit Tasche für das Smartphone und 5 Ösen. Wer Interesse hat, kann sich ja mal bei mir melden.

Einsatz-Empfehlung:
regelmäßige Handy-Ladung,
Wanderer, Kanuten, Fahrradfahrer, Camper, Angler….

Goal Zero Nomad 7

Ein von der Bauart ganz ähnliches Solar-Ladegerät ist das Nomad 7 von Goal Zero. Es liegt nunmehr in einer überarbeiteten Version vor. Während das alte Modell nur ca. 500mA am USB-Port ausspuckte, gibt das aktuelle Modell 1A aus. Das bestätigt auch mein Test (1,02A). Es handelt sich um ein 80 Euro-Solarladegerät, das den gleichen Output hat, wie mein 25 Euro teures Watt 01.

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Warum findet man das Gerät dennoch im Shop? Weil es in Kombination mit dem Guide 10 Plus hervorragend dazu geeignet ist, AA- und AAA-Akkus aufzuladen (4 Stück gleichzeitig). Darüber hinaus bietet es die Gelegenheit, 12V-Geräte aufzuladen. So könnte man z.B. das Nomad 7 im Sommer zum Laden von Smartphone und NiMH-Akkus nutzen und es im Winter an die Autobatterie als Erhaltungsladegerät hängen. Allerdings bräuchte man dann noch einen weiteren Adapter, weil sich im Lieferumfang lediglich eine 12V-KFZ-Buchse befindet. Wenn Sie einen bestimmten Adapter suchen, bin ich gerne bei der Suche behilflich. Natürlich kann man im Sommer auch 12V-Geräte mit dem Nomad 7 laden oder betreiben.

Mit 470 Gramm ist das Nomad 7 kein Leichtgewicht. Zudem ist die Oberfläche sehr empfindlich. Kratzer und Fingerabdrücke sieht man sehr schnell auf dem Modul. Dafür ist es faltbar auf kompakte Maße von 23 x 17cm (ausgebreitet sind es 44 x 23cm) und hat eine große Tasche für Handy, Smartphone, Powerbank oder Guide 10+ auf der Rückseite. Mittels Laschen an den Seiten, kann es gut am Rucksack oder an Fahrradtaschen befestigt werden.

Einsatz-Empfehlung:
regelmäßige Handy-Ladung, Ladung von 12V-Akkus, Ladung von AA-/AAA-Akkus (in Kombination mit dem Guide 10+)
Kanuten, Fahrradfahrer, Camper, Angler, Autofahrer….

XTORM AP 150

Ok, ok, das XTORM AP150 passt in diesen Test aufgrund der hohen Leistung eigentlich nicht rein. Da es mit 450 Gramm jedoch leichter als das Nomad 7 ist und preislich nur leicht über dem Nomad 7 liegt, soll es hier seinen Platz finden. Ich habe bereits oben erwähnt, dass der Hersteller das Gerät als 12W-Gerät verkauft. Tatsächlich ist die Ausgangsleistung mit 10,5W geringer. Mein Test hat eine Ausgangsleistung von 9,4W (1,88A) gezeigt.

ap150

Wer also mit seinem Modul nicht allzu viel durch die Gegend rennen möchte (dafür sind 450 Gramm definitiv zu schwer), der kann beherzt zugreifen. Das Modul setzt die neueste Generation monokristalliner Solarzellen mit einem sehr hohen Wirkungsgrad ein. Das bewirkt, dass das Solar-Ladegerät auf etwa der gleichen Fläche des Nomad 7 einen deutlich höheren Output erzeugt. Das AP150 hat ausgebreitet die Maße 41 x 26,5cm, zusammengefaltet 16,5 x 26,5cm.

Wie beim Nomad 7 befindet sich auf der Rückseite eine große Tasche für Handy, Smartphone & Co. In dieser Tasche befinden sich zwei USB-Buchsen über die parallel zwei Geräte gleichzeitig geladen werden können. Wird nur ein Gerät geladen, fließt der komplette Strom über die aktive Buchse. An den Seiten des AP150 befinden sich Laschen, mit denen sich das Modul gut befestigen lässt.

Jetzt kommt noch ein ACHTUNG! Bei meinem Test hat sich gezeigt, dass das Modul absolut empfindlich gegenüber Verschattungen ist. Testhalber habe ich mal eine Hand über einen Teil des Solar-Ladegerätes geführt. Die Leistung sank rapide auf 10mA ab:

ap150_verschattung
Das dieser Leistungsabfall so deutlich ausfällt, hat mich überrascht – zumal ich nur einen Teil des Moduls abdecke. Ich werde mal den Hersteller fragen, ob das so sein soll. Unterwegs kann das schon sehr hinderlich sein, wenn mal ein Baum im Weg. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. 😉

Einsatz-Empfehlung:
regelmäßige Handy-Ladung, Ladung in Regionen mit niedrigerer Strahlungsintensität (z.B. Norwegen, Grönland etc.)
Kanuten, Fahrradfahrer, Camper, Angler

 

 

 

Kurz bevor die Tabelle mit allen verglichenen Modulen kommt, noch ein paar allgemeine Hinweise:

Der Ausgangsstrom der Solar-Ladegeräte ist abhängig von
– der Jahreszeit (Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa im Sommer ca. 700W/m2,  im Winter ca. 250W/m2)
– dem Einsatzort (Äquatornähe besser, Polnähe schlechter)
– den Wetterbedingungen (strahlend blau, Dunst, einzelne Wolken, bedeckter Himmel)
– störenden Faktoren zwischen Sonne und Ladegerät (Fensterscheiben, Folien etc.)

UPDATE Ende 2016: Das Nomad 7 wurde durch das leistungsfähigere Nomad 7 Plus abgelöst. Das Watt 03 und das Watt 01 V2 wurden durch das leistungsfähigere Watt 01 V3 abgelöst.

Bei der Auswahl des passenden Solar-Ladegerätes sollten also der benötigte Energiebedarf und oben genannte Faktoren berücksichtigt werden. Gerne helfe ich Ihnen bei der Auswahl eines geeigneten Gerätes. Rufen Sie mich gerne an (Tel. 04621-9440661 oder schreiben mir eine E-Mail: info@wattgeizer.com).
Hier nun alle getesteten Solar-Ladegeräte in der Übersicht:

WattGeizer
Watt 03
WattGeizer
Watt 01 V2
WattGeizer
7 W-Modul
Goal Zero
Nomad 7
XTORM
AP150
Maße gefaltet
in cm
9,3 x 21,5 x 2,5 28,2 x 21,2 x 1,5 16 x 22,5 x 2,5 17 x 23 x 4 16,5 x 26,5 x 4
Maße ausgefaltet
in cm
42 x 21,5 x 1,0 28,2 x 21,2 x 1,5 47 x 22,5 x 1,0 44 x 23 x 2,5 41 x 26,5 x 2
Ca.-Gewicht
in Gramm
157 240 350 470 450
System-Spannung 5V 5V 5V 5V / 7V / 12V 5V
Ausgangsstrom
lt. Hersteller
0,65A 1A 1,4A 1A bei 5V 1,1A bei 6,5V
0,3A bei 15V
2,1A
Ausgangsstrom
lt. Test
0,59A 1A 1,28A 1A (bei 5V) 1,88A
lädt Handy mit 1Ah-Akku in ca.* 2 Stunden 1 Stunde und 15 Minuten 1 Stunde 1 Stunde und 15 Minuten 45 Minuten
lädt Smartphone mit 1,5Ah-Akku in ca.* 3 Stunden 1 Stunde und 45 Minuten 1 Stunde und 30 Minuten 1 Stunde und 45 Minuten 1 Stunde
Sonstiges faltbar, flexibel
2,1W pro 100g
2,08W pro 100g derzeit nicht im Sortiment
2W pro 100g
kann auch 12V-Geräte laden.
1,06W pro 100g (5V)
2 USB-Anschlüsse
2,33W pro 100g
Preis bei WattGeizer.com**
inkl. 19% MwSt.
49 Euro 24,95 Euro 39,95 Euro 69,95 Euro 89 Euro

* Ladezeiten beziehen sich auf Werte im Test bei allerfeinsten Bedingungen. Tatsächlich können diese Werte abweichen
** Stand: 26.7.2015 

© WattGeizer.com

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